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Weg gehen

Therapie bei Schilddrüsenkrebs

Die Diagnose Schilddrüsenkrebs bedeutet für Betroffene und Angehörige zunächst einen Schock. Doch bei dieser Krebserkrankung bestehen in der Regel sehr gute Heilungschancen. Die moderne Medizin hat in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gewonnen. Mit fortschrittlichen Therapieoptionen wie der rhTSH-Stimulation können die Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion nach einer Schilddrüsenoperation oder in der Nachsorge stark reduziert und die Behandlungszeiten bei der Ablation auf ein Minimum verkürzt werden. Bereits nach ca. 14 Tagen kann hierbei die primäre Therapie abgeschlossen werden, anstatt erst nach mehreren Wochen.

Checkliste vor dem Therapiestart

Folgende Fragen und Aspekte sollten Sie vor Therapiebeginn mit Ihrem Arzt klären:

  • Welche Therapieoption ist die beste für mich?
  • Ist eine Operation der Schilddrüse notwendig?
  • Wenn bei der Operation die Schilddrüse entfernt werden muss, wie läuft im Anschluss die Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie ab?
  • Wenn eine Radiojodtherapie (Ablation) durchgeführt wird, welche Möglichkeiten der vorbereitenden TSH-Stimulation gibt es?
  • Worauf muss ich während der gesamten Therapiedauer besonders achten (z.B. Ernährung)?
  • Wie kann meine Familie mich am besten unterstützen?

Operation

Unabhängig vom Karzinomtyp müssen sich die Patienten in der Regel zunächst einer Operation unterziehen, denn die operative Entfernung der kranken Schilddrüse und die Untersuchung des Gewebes sind meist das Mittel der Wahl. Zur Therapieplanung kann in Einzelfällen eine Computertomografie (CT), eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Positronen Emission Tomographie (PET) vor der OP sinnvoll sein.

Der Chirurg entfernt bei der Operation nach Möglichkeit die gesamte Schilddrüse, um sicherzugehen, dass der Krebs vollständig entfernt wurde. Manchmal wird nur ein Teil der Schilddrüse entfernt bzw. erst mit einem Gewebetest („Schnellschnitt“) während der OP darüber entschieden.

Ohne Schilddrüse verliert der Körper die Fähigkeit, Schilddrüsenhormone selbst herzustellen – sie müssen nach der OP durch Tabletten von außen zugeführt werden (Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie). Für die meisten Patienten ist dies ohne weitere Komplikationen möglich.

TSH-Steigerung als Vorbereitung auf die Ablation

Auch nach einer erfolgreichen Operation bleibt meist ein wenig Schilddrüsenrestgewebe zurück, da der Chirurg darauf achtet, dass der Stimmbandnerv und die Nebenschilddrüsen, die dicht an der Schilddrüse liegen, nicht verletzt werden.

Um das Restgewebe respektive verbleibende bösartige Tumorzellen zu zerstören, wird die sogenannte ablative Radiojodtherapie (Ablation) angewandt. Mit der Gabe von radioaktivem Jod werden die  Schilddrüsenzellen von innen zerstört. Damit die Radiojodtherapie erfolgreich verläuft und die verbliebenen Schilddrüsenzellen ausreichend Radiojod aufnehmen, müssen sie zunächst „jodhungrig“ gemacht werden. Dies kann der Patient dadurch unterstützen, indem er vor der Radiojodtherapie einen Jodüberschuss durch Lebensmittel vermeidet. Eine entscheidende Rolle spielt aber der TSH-Spiegel im Körper. Dieser muss ansteigen, um die Schilddrüsenzellen für die Jodaufnahme zu aktivieren.

Um den TSH-Spiegel im Körper zu erhöhen, gibt es zwei Behandlungsmethoden – die Erhöhung des TSH-Spiegels durch die medikamentöse Zufuhr von biotechnologisch hergestelltem TSH (rekombinantes humanes TSH, rhTSH) und den Schilddrüsenhormonentzug. Patienten sollten mit ihrem Arzt über die für sie optimale Behandlungsform sprechen.

Formen der TSH-Stimulation

Die rhTSH-Stimulation

  • Aufgrund der Nebenwirkungen einer Schilddrüsenunterfunktion wird immer öfter diese Stimulationsmethode gewählt: Der TSH-Spiegel wird durch die Gabe von rhTSH (= rekombinantes humanes TSH), einem biotechnologisch hergestellten Ersatz des natürlichen Hormons, kurzfristig schnell erhöht.
  • Bei dieser Therapieform können die Schilddrüsenhormontabletten direkt nach der Operation gegeben werden, der Patient muss somit die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Schilddrüsenunterfunktion nicht erleben. Das rhTSH wird an zwei Tagen vor der Radiojodtherapie jeweils einmal in den Gesäßmuskel injiziert und lässt den TSH-Spiegel rasch ansteigen. Die Schilddrüsenhormone können dabei weiterhin täglich eingenommen werden. Wird diese Therapieform gewählt, dauert die gesamte primäre Therapie (Operation und Radiojodablation) nur zehn bis vierzehn Tage, da der Nuklearmediziner die Ablation nach Entlassung aus der Chirurgie direkt terminieren kann. Eine Therapie unter rhTSH ist damit zeitlich schneller und weniger belastend als der Schilddrüsenhormonentzug.

Die TSH-Stimulation durch Schilddrüsenhormonentzug

  • Ein TSH-Anstieg wird dadurch erreicht, dass Patienten nach der Schilddrüsenoperation keine Schilddrüsenhormone erhalten (Schilddrüsenhormonentzug) und somit der Zustand einer zum Teil massiven Schilddrüsen-Unterfunktion herbeigeführt wird. Der Körper bemerkt dabei, dass ihm Schilddrüsenhormone fehlen und produziert zur Jodaufnahme verstärkt TSH – das „Schilddrüsen-stimulierende Hormon“. TSH aktiviert die Schilddrüsenzellen, sodass alles im Blut verfügbare Jod aufgenommen wird.
  • Die Phase des Schilddrüsenhormonentzugs dauert ca. zwei bis sechs Wochen, erst dann ist ein ausreichend hoher TSH- Spiegel von ca. 30mU/l vorhanden, um die Ablation durchzuführen. Durch die Schilddrüsen-Unterfunktion fühlen sich viele Patienten antriebslos und matt, erleiden Müdigkeitsanfälle, kämpfen mit Depressionen, Gedächtnis- und Konzentrationsminderungen.

Radiojodtherapie (Ablation)

Nach der Operation und der erforderlichen Steigerung des TSH-Spiegels wird die ablative Radiojodtherapie in der Nuklearmedizin durchgeführt. Das radioaktive Jodisotop 131  wird dem Patienten als Kapsel verabreicht. Es reichert sich in den verbliebenen Restzellen an und zerstört gezielt das übrig gebliebene Schilddrüsengewebe. Es handelt sich dabei umgangssprachlich um eine „Bestrahlung von innen“.

Jod 131 und Halbwertszeit

  • Jod 131 ist ein Beta- und Gamma-Strahler. Der Vorteil von Beta-Strahlen: Sie sind sehr energiereich, kommen aber nicht weit. So können Nuklearmediziner gezielt den Krankheitsherd bekämpfen, ohne das umliegende Gewebe in Mitleidenschaft zu ziehen. Der Vorteil der Gamma-Strahlung: Sie tritt aus dem Gewebe heraus und kann somit für die Bildgebung mit einer Gamma-Kamera genutzt werden.
  • Die Strahlung ist kurz nach Einnahme der Jod 131 Kapsel am stärksten. Nach der Einnahme müssen die Patienten daher für ein paar Tage auf der nuklearmedizinischen Station bleiben. Während dieser Zeit kommen zwei Vorgänge ins Spiel, die die Strahlung im Verlauf der Zeit immer weiter abschwächen. Zum einen hat Jod 131 eine physikalische Halbwertszeit von acht Tagen, was bedeutet, dass es nach acht Tagen nur noch halb so stark strahlt. Zum anderen wird das radioaktive Material über den Urin ausgeschieden. Dies reduziert die Strahlung im Körper zusätzlich. Wenn die Radiojodtherapie durch einen Schilddrüsenhormonentzug vorbereitet wurde, arbeitet die Niere in der Zeit der Ablation relativ langsam und reinigt so auch den Körper nur langsamer vom radioaktiven Material. Bei einer Vorbereitung mit rhTSH ist die Niere mit ihrer ganz normalen Geschwindigkeit tätig und schafft somit auch das übrige Jod 131, das nicht für die Zerstörung der Schilddrüsenzellen benötigt wurde, schneller wieder aus dem Körper heraus.

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