Definition Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs, auch Schilddrüsenkarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Je nachdem, von welchem Zelltyp der Schilddrüse er ausgeht, unterscheidet er sich hinsichtlich seiner Behandlung und dem Krankheitsverlauf.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 5.000 Menschen an einem Schilddrüsenkarzinom. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren.

Man unterscheidet drei unterschiedliche Typen von Schilddrüsenkarzinomen:

1. Medulläre Karzinome:

Das medulläre Karzinom ist mit kleiner als ca. 5 Prozent eher selten. Diese Form des Karzinoms kann zum Beispiel familiär gehäuft auftreten. Es entsteht in den so genannten C-Zellen. Das sind Zellen, die in kleinen Gruppen in der Schilddrüse liegen und das Hormon Calcitonin bilden. Die Prognose bei einem medullärem Schilddrüsenkarzinom hängt vom Zeitpunkt der Therapie ab, bei kleineren Knoten (bis 1 cm Durchmesser) ohne Lymphknotenmetastasen sind die Heilungschancen sehr gut, indem die Schilddrüse und alle Lymphknoten im Halsbereich operativ entfernt werden. Eine Radiojodtherapie ist aufgrund mangelnder Jodspeicherung dieses Tumors nicht sinnvoll.

2. Undifferenzierte oder anaplastische Karzinome:

Dieser Typ gehört mit 4 bis10 Prozent ebenfalls zu den selteneren Formen des Schilddrüsenkrebses. Das anaplastische Karzinom ist die aggressivste Form des Schilddrüsenkrebses, die Prognose relativ schlecht. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung sind meist schon Nachbarorgane befallen und es haben sich häufig bereits Tochtergeschwülste gebildet. Da die Zellen dieser Tumore kein Jod aufnehmen, ist eine Radiojodbehandlung nicht möglich. Neben der operativen Verkleinerung des Tumors wird eine Bestrahlung der Halsregion von außen vorgenommen.

3. Differenzierte Karzinome:

Der häufigste Karzinomtyp sind die differenzierten Krebsarten. Die Zellen dieser Tumore nehmen in der Regel radioaktives Jod auf und können daher gezielt mit einer Operation und einer darauf folgenden Radiojodtherapie behandelt werden.

Zu den differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gehören das papilläre  und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom. In ihrer Zellstruktur ähneln sie noch weitgehend dem normalen Schilddrüsengewebe und sind damit in der Regel weniger aggressiv. Dies spiegelt sich unmittelbar in den Heilungschancen wieder: Differenzierte Schilddrüsenkarzinome gehören zu den Tumoren mit den besten Heilungsaussichten überhaupt.

Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome unterscheiden sich hinsichtlich der Bildung von Tochtergeschwülsten, auch Metastasen  genannt. Das papilläre Karzinom bildet Tochtergeschwülste vorwiegend in den Lymphknoten in der Nähe der Schilddrüse . Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom dagegen entwickelt nur selten Lymphknotenmetastasen. Es werden vorwiegend Fernmetastasen in der Lunge und in den Knochen gebildet.

Therapielotse Schilddrüsenkrebs

Der Therapielotse führt durch die verschiedenen Stationen bei Schildrüsenkrebs

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Info-Film Schilddrüsenkrebs

Der Informations-Film Schilddrüsenkrebs bietet Patienten einen Überblick über Erkrankung, Therapie und Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs.

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