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Definition Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs, auch Schilddrüsenkarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Je nachdem, von welchem Zelltyp der Schilddrüse er ausgeht, unterscheidet er sich hinsichtlich seiner Behandlung und dem Krankheitsverlauf.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 5.000 Menschen neu an einem Schilddrüsenkarzinom. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren. In den letzten Jahren hat die moderne Medizin große Fortschritte gemacht, so dass die Erkrankten heute sehr gute Heilungschancen haben:  Nach einer erfolgreichen Schilddrüsenkrebstherapie können Patienten den schweren Lebensabschnitt meist hinter sich lassen und wieder ein normales Leben führen, denn Langzeitbeobachtungen zeigen, dass die Lebenserwartung bei den meisten Patienten nicht eingeschränkt ist.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung verursacht der Schilddrüsenkrebs kaum Beschwerden und wird daher oft spät bemerkt. Erst mit zunehmender Tumorgröße kommt es zu Symptomen. Erkrankte bemerken einen größer werdenden Knoten in der Schilddrüse, der durch Druck auf die Speise- bzw. Luftröhre zu Schwierigkeiten beim Essen, Atmen und Sprechen führen kann. Zusätzlich kann es durch Schädigung von Nervenbahnen zu einer Verengung der Pupille, einem Zurücksinken des Augapfels in die Augenhöhle oder einem Herabhängen des Oberlides auf der betroffenen Seite kommen.

Wenn Halslymphknoten vom Tumor befallen werden, sind diese oft geschwollen, derb und auf ihrer Unterlage schlecht verschiebbar. Die Symptome sind allerdings bei jedem Menschen unterschiedlich, zeigen sich bei dem Einen mehr und bei dem Anderen weniger. Bei Unsicherheit sollten Betroffene immer mit dem behandelnden Arzt sprechen.

Ursachen

Jodmangel und Strahlenbelastung

  • In der Literatur wird bisweilen auch Jodmangel als Ursache für die Entstehung des Schilddrüsenkarzinoms diskutiert. Patienten, die unter einer Schilddrüsenvergrößerung („Kropf“) leiden, der aufgrund von Jodmangel entstanden ist, sind stärker gefährdet, Schilddrüsenkrebs zu entwickeln. Insbesondere eine länger andauernde Struma (Kropf) in der Schilddrüse kann sich zu einem Knoten verändern. Daraus kann unter Umständen im Laufe von Jahren Schilddrüsenkrebs entstehen.
  • Röntgenbestrahlungen im Kopf- und Halsbereich – vor allem im Kindes- und Jugendalter – stellen ein Risiko dar. Solche Bestrahlungen waren in den vierziger und fünfziger Jahren in Skandinavien und den USA zur Behandlung von Rachenmandelentzündungen und Akne verbreitet. In Deutschland sind sie jedoch nur selten angewandt worden. Auch Menschen, die einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt waren, z. B. infolge einer Reaktorkatastrophe, haben ein erhöhtes Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Dabei steigt das Krebsrisiko mit der Strahlendosis, der ein Betroffener ausgesetzt war. Auch hier sind Kinder und Jugendliche besonders gefährdet.
    Patienten, die aus therapeutischen Gründen radioaktives Jod erhalten haben, z. B. zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, tragen hingegen kein erhöhtes Risiko.

Arten von Schilddrüsenkrebs

Differenzierte Karzinome

  • Der häufigste Karzinomtyp sind die differenzierten Krebsarten. Die Zellen dieser Tumore nehmen in der Regel radioaktiv markiertes Jod auf und können daher gezielt mit einer Operation und einer darauf folgenden Radiojodtherapie behandelt werden.
  • Zu den differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gehören das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom. In ihrer Zellstruktur ähneln sie noch weitgehend dem normalen Schilddrüsengewebe und sind damit in der Regel weniger aggressiv. Dies spiegelt sich unmittelbar in den Heilungschancen wider: Differenzierte Schilddrüsenkarzinome gehören zu den Tumoren mit den besten Heilungsaussichten überhaupt.
  • Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome unterscheiden sich klinisch hinsichtlich der Bildung von Tochtergeschwülsten, auch Metastasen genannt. Das papilläre Karzinom bildet Tochtergeschwülste vorwiegend in den Lymphknoten in der Nähe der Schilddrüse. Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom dagegen entwickelt nur selten Lymphknotenmetastasen, sondern bildet  typischerweise vorwiegend Fernmetastasen in der Lunge und in den Knochen.

Medulläre Karzinome

  • Mit 5-10 Prozent unter allen Schilddrüsenkarzinomen eher selten sind sogenannte  medulläre Karzinome. Diese Form des Karzinoms kann zum Beispiel familiär gehäuft auftreten. Es entsteht in den sogenannten C-Zellen. Das sind Zellen, die in kleinen Gruppen in der Schilddrüse liegen und das Hormon Calcitonin bilden. Die Prognose bei einem medullärem Schilddrüsenkarzinom hängt vom Zeitpunkt der Therapie ab. Bei kleineren Knoten (bis 1 cm Durchmesser) ohne Lymphknotenmetastasen sind die Heilungschancen sehr gut, wenn die Schilddrüse und alle Lymphknoten im Halsbereich operativ entfernt werden. Eine Radiojodtherapie ist aufgrund mangelnder Jodspeicherung dieses Tumors nicht sinnvoll.

Undifferenzierte oder anaplastische Karzinome

  • Die undifferenzierten oder anaplastischen Karzinome gehören mit ca. 5 Prozent ebenfalls zu den selteneren Formen des Schilddrüsenkrebses. Das anaplastische Karzinom ist die aggressivste Form des Schilddrüsenkrebses, seine Prognose ist leider immer noch relativ schlecht, da zum Zeitpunkt der Diagnosestellung meist schon Nachbarorgane befallen sind und sich häufig bereits Tochtergeschwülste gebildet haben. Da die Zellen dieser Tumore kein Jod aufnehmen, ist eine Radiojodbehandlung nicht möglich. Neben der operativen Entfernung oder zumindest Verkleinerung des Tumors wird eine Bestrahlung der Halsregion von außen vorgenommen.

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