Spätestens vor Verlassen der Klinik werden die Patienten von ihrem behandelnden Arzt in Gesprächen und auch medikamentös auf ein Leben ohne Schilddrüse eingestellt. Zur Nachsorge gehört nicht zuletzt die regelmäßige Einnahme von Schilddrüsenhormonen, die der Körper nach der Entfernung der Schilddrüse nicht mehr selbst bilden kann. Die Dosierung dieser Substitutionstherapie – in der Regel wird Thyroxin (T4) eingesetzt – wird durch Bluttests und regelmäßige Kontrollen bestimmt und weiter verfeinert. Eine konsequente Einnahme der Medikamente ist wichtig: Mit der richtigen Hormonbehandlung können Patienten nach der Bekämpfung des Schilddrüsenkrebses ihren Alltag wieder aufnehmen und fühlen sich in der Regel nicht eingeschränkt.
Direkt nach der Behandlung eines Schilddrüsenkrebs muss aber auch die TSH-Produktion aktiv unterdrückt werden, da TSH wachstumsfördernd auf Schilddrüsenzellen wirkt und somit das Rezidiv-Risiko erhöht, d.h. das Risiko einer erneuten Tumorbildung. Die Kombination aus Hormongabe und TSH-Unterdrückung nennt man TSH-Suppressionstherapie. Der TSH-Spiegel wird bei der Suppressionstherapie ein bis zwei Mal im Jahr kontrolliert, bei Bedarf angepasst und gegebenenfalls mittelfristig auf eine Substitutionstherapie umgestellt. Bei einer Suppressionstherapie wird der TSH-Spiegel auf einen Wert von ca. 0,1mU/l bis 0,2mU/l eingestellt, wohingegen bei einer Substitutionstherapie dieser Spiegel zwischen 0,3mU/l und 1,2mU/l liegen kann. Diese Werte sind jedoch nur Richtwerte und können je nach Patientenbefindlichkeit abweichen.
Nach der erfolgreichen Schilddrüsenkrebstherapie ist für die Patienten in der Regel ein normales Leben möglich. Langzeitbeobachtungen zeigen, dass die Lebenserwartung bei Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom meistens nicht eingeschränkt ist.
Doch auch wenn Schilddrüsenkrebs eine sehr gute Prognose hat, also die Aussichten nach einer überstandenen Erkrankung gesund zu bleiben, sehr hoch sind, ist es nicht auszuschließen, dass Schilddrüsenkrebs in einigen Fällen wieder auftritt. Dann ist eine weitere erfolgreiche Behandlungen abhängig von einer möglichst frühzeitigen Diagnose. Eine Nachsorge durch den behandelnden Arzt ist daher unbedingt notwendig.
Die Nachsorgeuntersuchungen werden entweder beim jeweiligen Hausarzt oder im behandelnden Krankenhaus durchgeführt. Sie finden in der ersten Zeit nach Abschluss der Behandlung relativ engmaschig statt (3-6 Monate). Später werden die Zeiträume zwischen diesen Kontrolluntersuchungen größer (jährlich) – vor allem, wenn weder Symptome noch sonstige Anzeichen für ein Wiederauftreten der Erkrankung vorliegen. Wie häufig der Arzt seinen Patienten sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf des Betroffenen ab. Die richtigen Intervalle und Untersuchungsmethoden können Patienten bei ihrem Arzt erfragen.
Art und Umfang der Nachsorgeuntersuchungen stimmt der Arzt auf die individuelle Situation des Patienten ab. Er berücksichtigt dabei vor allem, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten war und welche Behandlung durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen zunächst das Gespräch mit dem Patienten, Fragen nach dem allgemeinen Befinden sowie regelmäßige körperliche Untersuchungen.
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Diese Untersuchungen sollen dabei helfen, Metastasen zu suchen und Rezidive zu erkennen.