Methoden der medizinischen Nachsorge

Der in der Nachsorge des Schilddrüsenkarzinoms wohl wichtigste Wert ist das Tg=Thyreoglobulin, ein Eiweißstoff, der nur von Schilddrüsenzellen produziert wird. Nach erfolgreicher Ersttherapie (OP und Ablation) sollte der Tg Wert gegen 0 gehen, ansonsten deutet der Tg-Spiegel auf Schilddrüsenzellwachstum hin. Tg ist ein Tumormarker. Findet man während einer Nachsorgeuntersuchung wieder Tg im Blut, müssen weitere diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden, da zu befürchten ist, dass irgendwo im Körper doch noch Zellen der Schilddrüse aktiv sind.

Tg-Messung und Ultraschall

Eine Tg-Messung wird durch Blutabnahme und der Untersuchung des entnommenen Blutes im Labor vorgenommen. Hier wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin/Thyroxin), des von der Hirnanhangsdrüse gebildeten Hormons TSH (engl. thyroid stimulating hormone) und das Thyreoglobulin im Blut analysiert.

Um den Tg-Wert zu bestimmen, kann es  - abhängig von Ihrem persönlichen Risiko einer Wiedererkrankung - wichtig sein, zur Messung möglichst viel TSH (schilddrüsenstimulierendes Hormon) im Körper verfügbar zu haben. Wie bei der Ablation kann dies durch eine mehrwöchige künstlich herbeigeführte Schilddrüsenunterfunktion oder mit der Gabe zweier rhTSH-Einheiten erreicht werden. In beiden Fällen spricht man von einer stimulierten Tg-Messung. Der behandelnde Arzt kann einschätzen, ob und in welchen Abständen ein Tg-Wert in dieser Form bestimmt werden sollte.

Zusätzlich zu der Tg-Messung sollte immer eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) Ihres Halses gemacht werden. Beide Untersuchungen zusammen ergeben eine so hohe Diagnosesicherheit, wie man sie selten in der Medizin hat.

Szintigrafie

Manchmal ist es nötig, so genannte bildgebende Verfahren zur weiteren Diagnostik einzusetzen. Insbesondere bei der ersten Nachsorge nach der Ablation wird in der Regel ein Ganzkörperszintigramm durchgeführt, um ganz sicher zu sein, dass keine weiteren Krebsherde bestehen.

Das Prinzip der Radiojoddiagnostik, die stationär durchgeführt wird, ähnelt dem der Ablation, mit dem Unterschied, dass sehr viel geringere Strahlungsdosen (in der Fachsprache auch Aktivitäten genannt) eingesetzt werden. Denn hier soll kein Gewebe zerstört, sondern nur ein Bild erzeugt werden. Mögliche noch bestehende Schilddrüsenrestzellen oder Krebszellen müssen auch hier jodhungrig gemacht werden – durch eine künstlich herbeigeführte Schilddrüsenunterfunktion (Absetzung der Schilddrüsenhormone) oder durch die Gabe von rhTSH. Anschließend wird eine kleine Menge Radiojod mittels einer Kapsel zum Schlucken verabreicht. Zwei bis drei Tage nach der Einnahme der Kapsel wird mit Hilfe einer Spezialkamera ein Ganzkörperszintigramm durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt haben die möglicherweise verbliebenen Zellen das Radiojod optimal aufgenommen und die Gammastrahlung des 131Jod kann in einem Bild festgehalten werden. Finden sich Stellen, an denen sich die Strahlung konzentriert, ist dies ein Zeichen für verbliebene aktive Schilddrüsenzellen. Dann wird der behandelnde Arzt weitere entsprechende diagnostische und therapeutische Maßnahmen treffen.

Therapielotse Schilddrüsenkrebs

Der Therapielotse führt durch die verschiedenen Stationen bei Schildrüsenkrebs

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Info-Film Schilddrüsenkrebs

Der Informations-Film Schilddrüsenkrebs bietet Patienten einen Überblick über Erkrankung, Therapie und Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs.

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