Schilddrüsenkrebs 

Was bedeutet „bösartiger Tumor“?

Unkontrolliertes Wachstum

Im Gegensatz zum Wachstum der Schilddrüse beim Kropf sind die Wachstums-
Prozesse in einem Tumor ungesteuert und ohne Kontrolle!!

PatientinStellen Sie sich vor, dass in allen unseren Organen immer wieder Zellen neu gebildet werden und absterben. Dieses Neuentstehen und Untergehen ist vom Körper ganz genau reguliert – es entstehen also nicht mehr neue Zellen, als alte verloren gehen oder als das korrekte Funktionieren des Organs benötigt. Bei einer Krebserkrankung allerdings verliert das Organ plötzlich – warum weiß man noch gar nicht so genau - die Fähigkeit, das eigene Wachstum zu kontrollieren und immer mehr neue Zellen entstehen. Es wächst ein Tumor!

Eine weitere Besonderheit des Karzinoms macht die „Bösartigkeit“ aus: Es bilden sich Metastasen. Einzelne Zellen der Krebsgeschwulst entfernen sich von der erkrankten Stelle und lassen sich irgendwo anders im Körper nieder – mit dem gleichen verhängnisvollen Fehler, sich unkontrolliert zu vermehren!

Je nachdem in welchen Zellen der Schilddrüse sie ihren Ursprung haben, unterscheidet man verschiedene Arten von Schilddrüsenkrebs. Die so genannten differenzierten Karzinome haben mit 80 bis 90% aller bösartigen Schilddrüsenkarzinome den größten Anteil und die besten Heilungschancen. Sie entstehen aus den Follikelzellen und ähneln weitgehend dem gesunden Schilddrüsengewebe. Bei den viel selteneren undifferenzierten Karzinomen ist die Prognose weniger gut. Sie unterscheiden sich stark von normalem Schilddrüsengewebe und wachsen sehr schnell.


Die Ursachen für das Entstehen von Schilddrüsenkrebs sind noch nicht genau geklärt. Sicher ist jedoch, dass bei Jodmangel, Strahlenbelastung, vermehrtem Vorkommen von Schilddrüsenkrebs in der Familie sowie chronischer Schilddrüsenentzündung ein erhöhtes Risiko besteht.

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Welche Tumorformen gibt es und was bedeuten die Unterschiede?

Man unterscheidet 3 unterschiedliche Typen von Schilddrüsenkarzinomen: 

1. Undifferenzierte oder anaplastische Karzinome:
 
Die Zellen dieser Tumore nehmen kein Jod auf und sind somit einer Radiojodbehandlung nicht zugänglich! Dieser Typ gehört mit 15-25% zu den selteneren Formen des Schilddrüsenkrebses.
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2. Medulläres Karzinom:

Dieser Karzinomtyp ist mit 5-10% eher selten. Er entsteht in den so genannten C-Zellen. Das sind Zellen, die in kleinen Gruppen in der Schilddrüse liegen und das Hormon Calcitonin bilden



 3. Differenzierte Karzinome:

Der häufigste Karzinomtyp sind die differenzierten Krebsarten. Die Zellen dieser Tumore nehmen in der Regel radioaktives Jod auf und können daher gezielt behandelt werden.

a) Papilläres Karzinom:

Zellen aus den Schilddrüsenfollikeln entarten zu Krebszellen. Sie bilden sehr langsam wachsende Tumore, die nach adäquater Therapie und lebenslanger Nachsorge zu den Krebsarten mit den besten Heilungschancen gehören.

b) Follikuläres Karzinom:

Ähnlich wie der papilläre Typ ist auch das follikuläre Karzinom wenig aggressiv. Auch hier führen Behandlung und Nachsorge zu einer ausgesprochen guten Prognose!

 

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