Die Untersuchung der Schilddrüse
Anamnese und Palpation
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Bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs wird Ihr Arzt Sie zunächst befragen, ob Ihnen in den letzten Jahren oder Monaten bereits etwas aufgefallen ist. Ein solches Gespräch über den bisherigen Krankheitsverlauf nennt man Anamnese.
Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird er Ihren Hals abtasten (Palpation) um zu erfühlen, ob Ihre Schilddrüse vergrößert ist oder Knoten spürbar sind.
Eine Schilddrüsensonographie kann dann weiteren Aufschluss über die Konsistenz, etwaige Gewebeveränderungen und Knoten geben. Darüber hinaus wird durch die Laboruntersuchung der Blutwerte geschaut, ob die Schilddrüse richtig funktioniert – ob Ihr Körper über die richtige Hormonmenge verfügt, die er braucht! Antikörpermessungen sind vor allem dann wichtig, wenn es darum geht, eine Autoimmunerkrankung festzustellen.
Die Funktion sichtbar machen
Wenn dann Knoten in der Schilddrüse festgestellt werden, ist meistens eine Szintigraphie notwendig. 
Die Szintigraphie ist ein besonders elegantes Verfahren um spezielle Organsysteme darzustellen. Bei dieser Untersuchung erhalten Sie eine radioaktive Substanz (z.B. Technetium-99m) mittels i.v. Injektion oder als Kapsel, die sich in der Schilddrüse anreichert. Anschließend sendet das Gewebe Gamma-Strahlen, die von einer Gamma-Kamera erfaßt und in ein Bild umgesetzt werden.
Diese Bilder kann der Nuklearmediziner auswerten und zur Diagnose nutzen.
Die Auswertung des Szintigramms
Die Farbe zeigt die Aktivität
Sind im Szintigramm Knoten gefunden worden, können sie sich unterschiedlich - z.B. rot oder gelb eingefärbt - darstellen. Dann nennt man sie heiße Knoten!
Heiße Knoten

Die intensive Färbung bedeutet, dass der Knoten sehr viel radioaktives Jod gespeichert hat und sehr aktiv ist. Man kann in fast allen Fällen davon ausgehen, dass diese heißen Knoten gutartig und keine Krebsgeschwulst sind.
Trotzdem signalisiert der heiße Knoten im Szintigramm einen Vorgang, der behandelt werden muss, da es sich um Bereiche der Schilddrüse handelt, die vermehrt Hormone produzieren und nicht mehr durch das TSH der Hirnanhangsdrüse gesteuert werden! Hierbei handelt es sich um autonome Adenome.
Sehr häufig entsteht aus der ungesteuerten Produktion von Schilddrüsenhormonen eine Schilddrüsenüberfunktion, die der Arzt behandeln muss.
Kalte Knoten

Sind die Knoten dagegen grün oder blau bzw. nicht eingefärbt, handelt es sich um kalte Knoten, Bereiche also, die wenig radioaktives Technetium angereichert haben und somit vermutlich nicht aktiv sind.
Diese Bereiche sind nicht in der Lage, wie normales Schilddrüsengewebe Jod aufzunehmen und Schilddrüsenhormone zu produzieren! Häufig handelt es sich hier einfach um vernarbtes Gewebe, eine Entzündung oder eine Zyste (ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum). Maximal 5% der kalten Knoten bedeuten allerdings einen bösartigen Tumor.
So wird in jedem Fall der Befund eines kalten Knotens eine eingehendere Untersuchung des Arztes und häufig eine Operation nach sich ziehen.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 4000 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Dabei sind Frauen sehr viel häufiger betroffen als Männer.
Warum dieser Krebs entsteht, ist bisher nicht endgültig geklärt - aber sicher spielt Jodmangel eine wichtige Rolle, ebenso wie die Einwirkung von Radioaktivität.