Liebe Leserin, lieber Leser,
auf diesen Seiten möchten wir Sie zum Thema Schilddrüsenkrebs informieren. Eine Krebsart mit sehr guten Heilungschancen !
Der erste Schritt zur Heilung ist in der Regel die operative Entfernung der kranken Schilddrüse und die Untersuchung des Gewebes. Im Anschluß erfolgt in den meisten Fällen eine Bestrahlung, die sogenannte ablative Radiojodtherapie, um mögliches Restgewebe und/oder Krebszellen zu beseitigen.
Bei Schilddrüsenkrebs sind die Nachsorgemaßnahmen außerordentlich wichtig. Noch nach 10 Jahren können Rückfälle auftreten, weil möglicherweise noch restliches erkranktes Schilddrüsengewebe im Körper vorhanden ist oder sich Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb von ebenso großer Bedeutung wie die Entfernung der Schilddrüse selbst, um ein eventuelles Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und etwas dagegen zu tun.
Die Therapie und Nachsorge des Schilddrüsenkarzinoms besteht aus unterschiedlichen Maßnahmen, die in bestimmten Zeitabständen erforderlich sind. Sicherlich haben Sie eine Reihe von Fragen dazu. Die ausführliche Information soll Ihnen, den Betroffenen sowie Angehörigen und Freunden helfen, die Erkrankung und die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen Ihrer Ärzte zu verstehen und Ihnen eventuelle Ängste und Bedenken nehmen. Das Wissen über Ihre Erkrankung soll Sie dabei unterstützen, aktiv zu Ihrer Genesung beizutragen.
Denn auch ohne Schilddrüse können Sie ein ganz normales Leben führen.
Was ist die Schilddrüse eigentlich für ein Organ?
Die Schilddrüse ist ein kleines schmetterlingsförmiges Organ, das unterhalb des Kehlkopfes an der Luftröhre liegt.
Sie besteht – ähnlich wie ein Schwamm – aus sehr vielen kleinen Bläschen, den so genannten Follikeln. Dort werden für Ihren Körper sehr wichtige Hormoneproduziert, gespeichert und bei Bedarf in das Blut abgegeben. Im Vergleich zu ihrer großen Bedeutung für den Körper ist die Schilddrüse übrigens ein wirklich sehr kleines Organ! Sie ist gerade mal zwischen 18 und 25 g schwer. Und trotzdem ist sie das …
... Gaspedal des Körpers
Die Schilddrüse stellt gewissermaßen das „Gaspedal des Körpers“ dar. Gibt die Schilddrüse ihre Hormone ins Blut ab, so werden die meisten Stoffwechselvorgänge im Körper aktiviert – man kann sagen: Der Mensch wird in Aktionsbereitschaft versetzt! Die Stoffwechselprozesse Ihrer Organe werden durch diese Hormone bestimmt. Vitalität und Wohlbefinden, die Gesundheit Ihres Herzens und die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns sind mit abhängig von den Hormonen der Schilddrüse!
Dosiert Gas geben ist hier die Devise! Sowohl zu viel, als auch zu wenig Hormone bedeuten für Sie Einschränkungen, Schwierigkeiten und gesundheitliche Probleme.
Schilddrüsenhormone und ihre lebenswichtigen Aufgaben:
- Beeinflussung der Gehirnaktivität
- Beeinflussung der Herzaktivität
- Regelung des Kohlehydratstoffwechsels (wichtig für einen gesunden Insulinspiegel)
- Steuerung des Fett- und Eiweißstoffwechsel (z.B. Senkung der Cholesterinwerte)
- Regelung des Mineralstoffwechsels (wichtig für die Gesundheit der Knochen)
- Beeinflussung der Darmtätigkeit
Die Hormone der Schilddrüse
Die beiden wichtigsten Schilddrüsenhormone sind T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin).
Sie regeln den Ablauf vieler Stoffwechselvorgänge im Körper und sind an Eiweißaufbau und Wachstum von
Knochen und Gewebe beteiligt. Auch die reibungslose Funktion des Herzens und der Muskeln aber auch der Nerven und damit des Gehirns werden durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst.
Die Schilddrüse wird gesteuert!
Damit im Körper alles „wie am Schnürchen“ läuft, steuert das Gehirn die meisten Vorgänge, so auch die Schilddrüse. Eine sehr wichtige Rolle bei der Regulation unseres Hormonspiegels spielt das TSH (Thyreoidea-[Schilddrüse-]stimulierendes Hormon). Dieser Botenstoff wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ausgeschüttet, wenn zu wenige Schilddrüsenhormone im Blutkreislauf verfügbar sind. Es stimuliert die Schilddrüse zur Hormonproduktion und -auschüttung. TSH ist also derRegler, mit dem die Schilddrüse bedient wird! Unser allgemeines Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit hängen sehr stark von einem gut funktionierenden Hormonhaushalt ab. Produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, spricht man von einer Überfunktion (Hyperthyreose). Dabei beschleunigen sich die Stoffwechselprozesse im Körper. Häufigste Symptome: Schlafstörungen, Nervosität, Gewichtsabnahme, Wärmeempfindlichkeit, rasche/unregelmäßige Herzschläge und zitternde Hände. Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, ist eine Unterfunktion (Hypothyreose) die Folge. Die Stoffwechselprozesse im Körper verlangsamen sich. Es kommt zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche/Vergesslichkeit, Depressionen, Gewichtszunahme, trockener Haut und trockenem Haar, Kälteempfindlichkeit, Gesichts- und Augenschwellungen, Darmträgheit.
Ganz schön kompliziert ...
Gehirn und Hormondrüsen müssen eng zusammenarbeiten, um den Körper mit der richtigen Menge an Schilddrüsenhormonen zu versorgen. |
 |
Was hat Jod mit meiner Schilddrüse zu tun?
Die Schilddrüse ist eine Hormonfabrik…
…und zur Herstellung der beiden lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) – braucht sie Jod! Im T3 werden drei Jod-Atome eingebaut im T4 sind es wie – wie der Name T4 vermuten lässt – vier Atome.
Um die Produktion der beiden Hormone gewährleisten zu können, besitzt die Schilddrüse eine ganz einzigartige Fähigkeit: Sie holt sich sehr schnell und effektiv soviel Jod aus dem Körper, wie sie bekommen kann.
Für eine gesunde und ausreichende Arbeit der Schilddrüse sollte ein Mensch ungefähr 200 Mikrogramm (200 Millionstel Gramm) Jod zu sich nehmen, da der Körper dieses Spurenelement nicht selber herstellen kann.
Was passiert, wenn ich zuwenig Jod zu mir nehme?
| Täglicher Jodbedarf | | Säuglinge | 40 - 80 µg
| Kinder 1 - 9 Jahre
| 100 - 140 µg
| Kinder 10 - 12 Jahre
| 180 µg
| | Jugendliche/Erwachsene | 200 µg
| Erwachsene über 50 Jahre
| 180 µg
| Schwangere und Stillende
| 230 - 260 µg |
|
Wenn Jod ausreichend vorhanden ist, kann die Schilddrüse es einbauen und dem Körper genügend Hormone zur Verfügung stellen. Wenn aber ein Jodmangel besteht, passiert etwas Merkwürdiges: Der Körper bemerkt, dass zu wenig Schilddrüsenhormone verfügbar sind und als Ausgleich fängt die Schilddrüse an zu wachsen! Sie wird bei einem lang anhaltenden Jodmangel über Jahre hinweg immer größer – nach außen hin sichtbar als Kropf (Struma).
Ist ein Kropf ein bösartiger Tumor?
Ein klares NEIN! Die Schilddrüsenvergößerung, oder der Kropf ist eine Maßnahme des Körpers auf zu wenig Schilddüsenhormone im Blutkreislauf vorhanden sind. Der Körper versucht dann durch Bereitstellung von immer mehr Schilddrüsenzellen, dieses Manko auszugleichen.